Samstag, 17. März 2012

Pizza

Pizza selber machen mussten wir aus zwei Gründen ausprobieren. 
Ein Grund war der, dass Anfang 2011 unsere einzig wahre und liebste Pizzeria zu gemacht hat. Dafür mal eben einen Ersatz zu finden war schlichtweg unmöglich. Wir haben es versucht, aber weder konnte uns irgendein Lieferdienst wirklich zufriedenstellen, noch eine andere Pizzeria. Und man will ja nicht jedesmal für eine Pizza durch die halbe Weltgeschichte gurken, vor allem nicht wenn mans früher so einfach hatte. Außerdem... wo kriegt man noch eine Pizza die eigentlich nur aus Extrawünschen besteht zu einem Preis, der einem nicht gleich die Schuhe auszieht? Wenn man auf den Karten schon die Liste sieht Kategorie I 0,50 Euro, Kategorie II 1 Euro Aufpreis. Und zack schon kostet eine poplige Pizza an die 10 Euro und dabei ist sie noch nichtmal mit Hummer und purem Gold belegt. Also machten wir uns an einem schönen Dezemberabend daran,  Pizza erstmalig komplett selbst herzustellen (inklusive Teigvarianten, yay!). Der Abend ging als das "Pizzamassaker" in die Geschichte ein und steht seit dem als der Grundstein für unsere heutige Arbeit. Besonderer Dank geht hier an meinen Bro aus Dannstadt und seine bessere Hälfte, ohne euch hätten wir wahrscheinlich nie so wild mit Pizza rumexperimentiert. Thxy!

Grund zwei war unsere Neugier auf ein bestimmtes "Gadget". Man sieht, hört und liest ja immer mehr über mysteriöse Pizzasteine mit denen einem im heimischen Ofen die perfekte Ristorante Steinofenpizza gelingen soll. Nach einigem hin und her und etwas Ratlosigkeit was das Material anbelangt haben wir uns einfach für einen Stein entschieden, der a) in unseren Ofen passt und b) in schwarz auch noch todschick aussieht (Style für den Backofen, yeah!).
Eine gesunde Skepsis ob das wirklich so gut funktionieren kann wie freilich von allen Herstellern und Verkäufern angepriesen war natürlich vorhanden, denn wir wissen ja, dass die die Wahrheit manchmal etwas aufhübschen. Aber... es war die Mühe und die Kohle allemal wert. Pizzastein FTW!
Welches Material jetzt das beste ist und ob rund oder eckig besser ist können wir euch nachwievor nicht sagen, aber fürs Protokoll: Wir haben einen rechteckigen Cordierit-Stein mit Saftrinne. Sehen könnt ihr Teile davon auf den Bildern zu den Teigtaschen.

Was noch? Oh, da gibts noch was: Tipo 00 Mehl "per Pizza". Es gibt viele Meinungen dazu, ob es sich lohnt ein solches Pizzamehl zu besorgen, hier unsere: Nicht zwangsläufig. Geschmacklich ist es kein besonderer Unterschied, ob 405er oder Tipo 00 (lustigerweise ist unser "per Pizza" Mehl für stolze 2,50 € angeblich beides... Etikettenschwindel? Ich will mal nichts unterstellen.) Warum wir uns doch für das "besondere" Mehl entschieden haben? Naja, zugegeben, es war das erste Mal und einfach Neugier. Für die Zukunft würden wir nochmal ein billigeres Tipo 00 Mehl (auf dem drunter hoffentlich nicht wieder Typ 405 steht) ausprobieren. Sollte das auch keinen Unterschied ergeben, hat sich das Thema rein preislich erledigt -Authentikfanaten, wie wir aber nunmal sind, empfehlen wir zumindest den (einmaligen) Versuch mit einem "per Pizza" Mehl. Vielleicht merkt ihr da mehr und könnt uns die Augen öffnen?!




Zutaten (für 3-4 Pizzas):
Für den Teig
4 Tassen Mehl
1 ¼ Tassen Wasser (Zimmertemperatur)
ca. 25 g frische Hefe (etwas mehr als ein halber Würfel)
3 EL Olivenöl
1 EL Zucker
1 EL Salz

Für die Tomatensoße
500 g passierte Tomaten
2 Knoblauchzehen gepresst
Salz
Pfeffer
2-4 EL Tomatenmark
2 EL Olivenöl
1 TL Balsamico Essig
1 TL Majoran
1 TL Rosmarin
2 TL Oregano
2 TL Basilikum
1 TL Zucker
2 Msp. Paprika edelsüß
2 Msp. Thymian

außerdem
geriebenen Mozzarella
etwas geriebener Parmesan
Belag nach Lust und Laune


Wer Pizza selber machen will sollte etwas Zeit einplanen. Allerdings lediglich weil der Teig ein paar Stunden gehen muss. Insgesamt 2-3 Stunden sollte man dem Teig durchaus Zeit geben. Offenbar ist es nicht unüblich den Teig direkt am Vorabend zu machen und über Nacht gehen zu lassen, aber das haben wir nicht gemacht.

Die 4 Tassen Mehl kommen in eine große Schüssel und dürfen einen Moment an der Seite Platz nehmen. Außerdem brauchen wir zwei weitere kleine Schüsseln. In eine davon kommt der Zucker mit der zerkrümelten Hefe und ein paar Esslöffel Wasser, die man von den 1 ¼ Tassen Wasser abgenommen hat. Gut verrühren bis sich die Hefe aufgelöst hat. In die andere Schüssel kommt das Salz und ebenfalls ein paar Esslöffel Wasser von den 1 ¼ Tassen, wieder gut verrühren, bis das Salz sich aufgelöst hat. Nun heißt es warten bis die Hefemischung auf der Oberfläche leicht schaumig geworden ist. Wenns soweit ist ist die große Schüssel mit dem Mehl wieder an der Reihe. In der Mitte eine Kuhle im Mehl formen. In diese Kuhle gießen wir dann die Hefemischung, die Salzlösung und die 3 Esslöffel Olivenöl. Der Rest des Wassers kommt dann schlückchenweise dazu während ihr schonmal fleißig anfangen könnt euch die Finger schmutzig zu machen und den Teig zu kneten. Wenn der Teig allmählich zu einem schönen Klumpen wird und anfängt nicht mehr ganz so übel an euren Fingern zu kleben wirds Zeit ihn aus der Schüssel zu holen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu kneten.






How to Knead Pizza Dough -- powered by ehow


Anschließend darf der Teig an einem dunklen warmen Ort abgedeckt 2 Stunden gehen. In dieser Zeit sollte er deutlich größer werden. Wenn man will kann man ihn anschließend schon weiterverarbeiten, oder aber man "hackt" ihn mit einem Plastikspatel wieder flach und gibt ihm eine weitere Stunde um nochmal zu gehen. Nachdem das irgendwo so empfohlen wurde haben wirs mal so gemacht und geschadet hats zumindest nicht. Der Teig ist damit fertig. Er muss dann "nur noch" portioniert und ausgerollt werden. Anleitungen wie dieses Teigschleudern funktioniert findet man auf Youtube, aber ich traktiere den Teig lieber weiterhin mit dem  Nudelholz.


Fehlt noch die Soße. Die könnt ihr wunderbar vorbereiten wenn der Teig zum zweiten Mal geht, denn sie wird gekocht und sollte anschließend etwas abkühlen. Die Anleitung hierfür ist denkbar einfach: alles in einen Topf, rühren und aufkochen. Taddaaa...

Wer einen Pizzastein hat sollte jetzt schonmal dran denken den Ofen vorzuheizen. Den Pizzastein auf der unteren Schiene auf den Rost oder das Backblech legen und bei höchster Stufe (Ober- und Unterhitze, das sind meistens 250 °C, manchmal auch etwas mehr) mindestens eine halbe Stunde aufheizen lassen.


Wir haben den perfekten, am besten schon kreisrund und wunderschön dünn ausgerollten Teig und unsere Soße, außerdem geriebenen Mozzarella vermischt mit etwas geriebenem Parmesan (bitte frisch vom Stück reiben und nicht dieses trockene Pulver benutzen) im Verhältnis 2:1 und natürlich den gewünschten Belag. Machen wir eine Pizza draus! 
Falls vorhanden nehmt ihr euren Pizzaschieber zur Hand und bevor ihr den Teig darauf verfrachtet bestreut ihr ihn mit etwas Maismehl damit der Teig nicht am Schieber festkleben kann.
Viele... die meisten machen wenigstens einen entscheidenden Fehler und das ist die Reihenfolge des Belags.
Zuerst kommt die Tomatensoße auf den Teig, außen einen schmalen Rand ohne Soße lassen. Jetzt (!) und nicht am Ende kommt der Käse drauf. Das ist wirklich wichtig. Der Käse kommt nicht über sondern unter den Belag.
Beim Belag gibts eins zu beachten. Es gibt ein paar Zutaten wie Basilikum oder Rucola oder Parmaschinken, die kommen erst nach dem Backen auf die Pizza weil sie im Ofen verbrennen würden. Je nachdem was auf eure Pizza soll müsst ihr also abwägen ob es vor oder nach dem Backen drauf kommt. In unserem Fall Salami, Paprika, Peperoni und Bacon dürfen alle gleich auf die Pizza und mit in den Ofen.


Den Pizzastein solltet ihr ebenfalls mit etwas Maismehl (oder alternativ Mehl, aber das verbrennt noch schneller) bestreuen bevor ihr die Pizza in den Ofen "schießt". Ja das heißt wirklich so...
Nach Augenmaß braucht eure Pizza 6-7 Minuten im Ofen.


Wer keinen Pizzastein hat nimmt Backblech und Backpapier. Die genaue Backzeit solltet ihr dann allerdings wirklich per Blickkontakt abschätzen.

Buon Appetito!


Kommentare:

  1. Pizza geht immer... und ist so vielseitig!

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    1. Stimmt. Und wir haben rausgefunden, dass sie noch besser wird wenn man den Teig einen Tag vorher macht. Dann geht sie an dem Tag an dem man sie essen will sogar richtig schnell.

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